Monthly Archive September 2019

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Lehrer fordern Tempo und klare Linie für Digitalisierung an Schulen

SCHWERIN. Bei der vom Bund mit Milliarden geförderten Digitalisierung der Schulen läuft auch nach Einschätzung von Lehrerverbänden noch einiges schief. Sie vermissen eine einheitliche Strategie und fordern bessere Koordinierung. Bildungsministerin Martin verspricht Fortschritte.

Der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) hat seine Forderung nach mehr Tempo und einer besseren Koordinierung bei der Digitalisierung an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns erneuert. Unzureichende Netzanbindung der Schulen und das Fehlen einheitlicher Vorgaben würden vor Ort die Einführung und Nutzung der neuen technischen Lehr- und Lernmöglichkeiten erheblich behindern. «Vor allem Schulen im ländlichen Raum drohen abgehängt zu werden mit fatalen Folgen für die Schüler dort und die Orte», warnte der Landesvorsitzende Michael Blanck auf dem Lehrertag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) am Samstag in Schwerin.

Eltern würden, um die Chancen ihrer Kinder zu wahren, diese dann lieber in städtischen Schulen mit besseren technischen Möglichkeiten anmelden. Das wiederum könne ein neuerliches Schulsterben auf dem Lande in Gang setzen. «Was die Digitalisierung an neuen Möglichkeiten bringt, haben uns Fachleute vor Augen geführt. Mit Hilfe neuer Apps können Zeitzeugen gewissermaßen direkt in den Unterricht geholt oder die Erdkugel in den Klassenraum projiziert werden», berichtete Blanck, nach dessen Worten der Verbandstag auch der Fortbildung diente.

Doch dazu bedürfe es leistungsfähiger Internetanschlüsse, was er auch Bildungsministerin Bettina Martin (SPD), die ein Grußwort an die Tagung gerichtet hatte, nochmals eindringlich deutlich gemacht habe. Zudem erhob Blanck die Forderung nach einer kontinuierlichen Weiterbildung der Pädagogen, damit diese auch die neuen technischen Möglichkeiten einsetzen können.

Martin kündigte an, dass die Lehrerfortbildung in den kommenden Jahren gezielt auf das Thema Medienbildung konzentriert werde. Zudem habe es in den zurückliegenden Wochen Regionalkonferenzen mit Schulleitern gegeben, um die Erstellung der individuellen Medienbildungskonzeptionen für jede Schule vorzubereiten. «Diese Konzeptionen sind erforderlich, damit auch das Geld aus dem Digitalpakt Schule fließen kann, aus dem wir vom Bund 100 Millionen Euro bekommen», sagte Martin. Die Förderrichtlinie sei in der Endabstimmung. «Wir werden noch in diesem Jahr bei der Mittelvergabe einen großen Schritt machen. Jede Schule wird profitieren», versicherte die Ministerin.

Kritik kam von der Opposition. Nach Ansicht von Linke-Landtagsfraktionschefin Simone Oldenburg werden die künftigen Lehrer nur unzureichend auf das digitale Zeitalter vorbereitet. Die Ausbildung für digitale Lehrinhalte und Medienbildung im Lehramtsstudium sei unverbindlich, die Einrichtung von Juniorprofessuren für Medienbildung an den Universitäten Rostock und Greifswald somit «nichts weiter als ein Placebo der Landesregierung», kritisierte sie. (dpa)

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Umsetzung des Digitalpakts startet in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt startet mit der Umsetzung des Digitalpakts. Der Bund stellt dem Land Sachsen-Anhalt insgesamt 137,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für die öffentlichen Schulen, die Schulen in freier Trägerschaft und für Träger von Pflegeschulen stehen ca. 123 Millionen bereit.

20.09.2019 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt

Für länderübergreifende und landesweite Projekte wurden knapp 14 Millionen Euro gebunden. Die entsprechenden Unterlagen sind seit dem heutigen Tag (20.09.) verfügbar. Anträge können ab dem 01.10.2019 eingereicht werden.

„Es kann losgehen. Es wurde viel über den Digitalpakt geredet und diskutiert, aber nun sind wir am Ziel. Viele Schulen und Schulträger haben sich bereits auf den Weg gemacht. Viele Konzepte sind geschrieben, nun geht es an die Umsetzung“, erklärte Bildungsminister Marco Tullner in Magdeburg. Zur Unterstützung von Schulen und Schulträgern nimmt eine Beratungsstelle im Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerausbildung (LISA) ihre Arbeit auf.

Gefördert werden Investitionsmaßnahmen in Schulgebäuden und auf Schulgeländen einschließlich der Planung, der Beschaffung, des Aufbaus und der Inbetriebnahme. Als Schwerpunkt der künftigen Förderung sieht der Digitalpakt den Förderbereich Schulgebäude-/-geländeverkabelung/-vernetzung (bzw. schulisches WLAN) vor. Darüber hinaus soll die Anschaffung von Präsentationstechnik, digitalen Arbeitsgeräten und Endgeräten gefördert werden. Voraussetzung für die Beantragung ist ein technisch-pädagogisches Konzept.

Alle Schulträger im Land erhalten ein Budget, das auf den jeweiligen Schülerzahlen beruht. So kann die Landeshauptstadt Magdeburg auf 12,8 Mio. Euro, der Landkreis Harz auf 7,4 Mio. Euro und die Gemeinde Staßfurt auf 350.000 Euro zurückgreifen. Die Schulen in freier Trägerschaft erhalten analog dazu schülerbezogene Budgets. Der Edith-Stein-Schulstiftung stehen beispielsweise 1,6 Mio. Euro und der Riesenklein gGmbH 115.000 Euro zur Verfügung. Eine Übersicht über die verfügbaren Budgets liegt der Förderrichtlinie an. Die Förderung umfasst 90% der Projektkosten.

Alle relevanten Informationen:
• Förderrichtlinie
• Verfahrenshinweise und Antragsformulare
• Leitfaden zur IT-Ausstattung an Schulen / Handreichung zur Erstellung eines Medienbildungskonzeptes
stehen zur Verfügung:

https://lisa.sachsen-anhalt.de/unterricht/projekte-und-paedagogische-entwicklungsvorhaben/lindius/

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Das betrifft fast jeden Lehrer: Arbeit im Homeoffice belastet besonders stark

BERLIN. Rund 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten regelmäßig außerhalb ihres Betriebs, unabhängig von Ort oder Zeit. Dazu gehören auch Lehrerinnen und Lehrer, die die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie die Korrekturen von Klassenarbeiten und Klausuren in der Regel zu Hause erledigen. Eine aktuelle Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt nun auf, dass Heimarbeit eine starke psychische Belastung mit sich bringt. „Wer viel im Homeoffice arbeitet, leidet häufiger unter Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen als andere Beschäftigte“, so stellt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber der Studie fest. Allerdings gibt es auch Vorteile.

Ein Gutteil der Arbeitszeit von Lehrern findet zu Hause statt – wie viel, das erfasst bislang niemand. Foto: Shutterstock

Laut Studie fühlten sich 73,4 Prozent der Befragten, die häufig im Homeoffice arbeiten, in den letzten vier Wochen erschöpft. Bei Beschäftigten, die ausschließlich im Büro tätig sind, waren es nur 66 Prozent. Über Wut und Verärgerung klagten 69,8 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gegenüber 58,6 Prozent; bei Nervosität und Reizbarkeit waren es im Homeoffice 67,5 Prozent im Vergleich zu 52,7 Prozent. Auch Lustlosigkeit, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen unterscheiden sich deutlich zwischen den beiden Gruppen. „Im Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Job und Privatleben stärker. Damit wächst das Risiko, dass Erholungsphasen schrumpfen“, so begründet das Studien-Herausgeber Schröder.

 

Hier ist der Link zum Weiterlesen:

Das betrifft fast jeden Lehrer: Arbeit im Homeoffice belastet besonders stark – weil die Grenze zur Freizeit verschwindet

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Digitalisierung an Schulen – wohin mit den Tablets und Laptops?

Im Zuge des „DigitalPaktes Schule“ sind die ersten Medienentwicklungspläne bereits erarbeitet und die neue technische Ausstattung erreicht sukzessive die Schulen. Was einerseits deutliche Mehrwerte für den Unterricht bietet, wirft andererseits aber auch Fragen bei der praktischen Umsetzung auf. Wo sollen beispielsweise die wertvollen Tablets und Laptops aufgeladen und aufbewahrt werden?

Hier ist der Link zur Antwort:

Digitalisierung an Schulen – wohin mit den Tablets und Laptops?

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Sachsen: 12,5 Millionen Euro für landesweite Digitalprojekte

Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus:

Nachdem Sachsen als erstes Flächenland eine Förderrichtlinie zur digitalen Ausstattung von Schulen vorgelegt hatte, kommt jetzt der zweite Schritt: Die Finanzierung von regionalen und landesweiten Digitalprojekten.

Eine dazu notwendige Verwaltungsvorschrift hat das Kabinett passiert. „Damit kann die Digitalisierung des sächsischen Schulwesens auf schulübergreifender Ebene weiter voranschreiten“, so Kultusminister Christian Piwarz.

Die Mittel stammen aus dem Digitalpakt Schule. Insgesamt stehen Sachsen aus dem Digitalpakt rund 250 Millionen Euro bis 2024 zur Verfügung. Mit der Verwaltungsvorschrift können regionale und landesweite Digitalprojekte nun mit 12,5 Millionen Euro finanziert werden. Dazu gehören zum Beispiel digitale Lehr- und Lernplattformen, Cloud-Angebote, Apps oder Kommunikations- und Arbeitsplattformen, die Ausstattung von Lehrerbildungseinrichtungen sowie die Wartung und Administration von digitalen Infrastrukturen im Zuständigkeitsbereich der Schulträger. Aus den Mitteln werden sowohl landeseigene Projekte finanziert, als auch Vorhaben von öffentlichen und freien Schulträger gefördert. Antragsberechtigt sind demnach das Land sowie Schulträger. Der Regelfördersatz beträgt in diesem Falle 90 Prozent.